Corona & Psychotherapie

Du siehts diese Seite anstelle der Startseite. Auch in den Familien meiner Patient*innen gibt es COVID-19-Todesfälle. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass es ab Herbst 2021 wieder zu mehr Infektionen kommen wird.

 

Das Projekt des Tagesspiegels versucht, Zahlen fassbarer zu machen, ähnlich wie die New York Times. Auch Einzelfallberichte von Angehörigen oder Intensivmediziner*innen können helfen, nicht Zahlen, sondern Menschen zu sehen.


Das Wichtigste zum Coronavirus in 5 Minuten

Das Virus ist aus mehreren Gründen sehr "erfolgreich". Zwei davon sind:

(1) Wenn du keine Symptome hast, kannst du besonders ansteckend sein, wie du in diesem Schaubild sehen kannst.

 

(2) Wir halten uns zu 80 oder 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räumen auf. Die meisten Infektionen geschehen durch Aerosol in Innenräumen: Zu Hause, im Betrieb, im Bus, in der Bahn, im Klassenzimmer, in der Kita...

 

Für weitere Informationen: Hervorragende Wissenschaftskommunikation bietet quarks.de


Eine Ausbreitung des Coronavirus erfolgt durch unsichtbare Partikel (Aerosol). Diese sammeln sich in Innenräumen an durch das normale Ausatmen durch Mund und Nase. Noch mehr passiert das beim Sprechen und ganz besonders beim Husten und Niesen.

Du kannst die Ansteckungsrate verringern

Nutze die Videosprechstunde anstelle von Terminen in der Praxis

Die wichtigste Maßnahme, um Ansteckungen und Todesfälle zu vermeiden: Vermeide physischen Kontakt zu anderen Menschen.

 

Ich möchte Patient*innen bestmöglich betreuen und das Risiko einer Verbreitung des Coronavirus klein halten. Aus diesem Grund nutze ich seit 2020 in meiner Praxis permanent FFP3-Masken, Luftreiniger und häufiges Stoß- und Querlüften. Es gibt aber nur einen 100%-igen Schutz vor einer Ansteckung während einer Therapiesitzung: Wenn der Termin als Videosprechstunde stattfindet.


Voraussetzungen für Termine innerhalb meiner Praxis

Wenn du die Videosprechstunde nicht nutzen kannst, kannst du auch einen Termin innerhalb meiner Praxis vereinbaren. Dabei besteht immer das Risiko, das Virus unbemerkt weiterzuverbreiten. Zur Reduktion ist eine Kombination mehrerer Maßnahmen erforderlich, sonst kannst du die Praxis nicht betreten:

  

1) Wirksame FFP-Maske: Du musst eine wirksame filternde Gesichtsmasken (filtering face piece) tragen, also eine FFP2- oder FFP3-Maske. Diese darf kein Auslass-Ventil haben, sonst bieten sie keinen Schutz für andere.

 

Am wichtigsten ist, dass du deine FFP-Maske nicht schon mehrere Wochen benutzt wurde und dass sie einen festen Sitz hat, sodass sie lückenlos auf der Gesichtshaut aufsitzen. Ansonsten entweicht an den Seiten Aerosol. Feuchte Masken bieten keinen Schutz.

 

2) Wünschenswert ist es, wenn du am Tag deines Praxisbesuchs einen Tests zur Eigenanwendung durch Laien durchführst. Beachte dabei die Herstellerangaben sorgfältig. Was ist bei Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zu beachten?

 

Bürger*innen haben ab März 2021 Anspruch auf einen Antigen-Schnelltest (PoC, Point of Care) (§4a Coronavirus-Testverordnung). Weitere Informationen bietet das bundesgesundheitsministerium.de

 

Patient*innen bei denen ein Risikofaktor für einen schweren COVID-19-Verlauf vorliegt, sollten zum Selbstschutz abwägen, ob sie zu einem Termin innerhalb der Praxis kommen möchten. Zu den Risikofaktoren gehören Rauchen, Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck), Adipositas, Autoimmunerkrankungen, Diabetes und höheres Alter (stetig steigendes Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren). Siehe Robert-Koch-Institut


Die wichtigsten Verhaltensweisen

Die wichtigste Verhaltensregel ist, physische Begegnungen zu anderen Menschen wann immer es geht zu vermeiden. Ganz besonders wichtig ist es Infektions-Cluster ("Anhäufung") zu vermeiden. Das sind alle schlecht belüfteten Innenräume, in denen sich mehrere Menschen aufhalten. Ansonsten gilt:

 

(A) Abstand: Halte mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen ein. Übrigens: Die meisten Menschen verschätzen sich sehr, wenn es um 1,5 Meter geht (zeit.de)

(H) Hygiene: Verzichte auf das Händeschütteln; nutzte Händedesinfektion für 30 Sekunden auf Alkoholbasis; husten oder niese in ein Taschentuch und entsorge es anschließend sofort in einem Mülleimer.

(A) Alltag: Trage stets auf wirksame Weise eine FFP-Maske.

(L) Lüften: Reduziere die Aerosole-Konzentration durch Lüften.

 

Bring bitte außerdem dein Handy mit, auf dem du die Corona-Warn-App installiert hast und aktiviere Bluetooth. Die App hilft bei der Informationsweitergabe, wenn ich oder du positiv auf das Coronavirus getestet wurden.


Symptome von COVID-10, Grippe, Erkältung

Einige Patient*innen sagten mir am Anfang ihres Termins: "Ich war heute nicht in der Schule, weil ich ein bisschen Husten hatte". Viele wissen offenbar nicht, dass sie bei diesen Symptomen an COVID-19 erkrankt sein können. Ein Termin kann nicht innerhalb meiner Praxis stattfinden (per Videosprechstunde geht das aber) wenn eines oder mehrerer dieser Symptome vorhanden sind:

  • Husten
  • Fieber
  • Schnupfen
  • Störungen des Geruchssinns / des Geschmackssinns
  • Durchfall
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gefühl der Abgeschlagenheit
  • Schneller außer Atem sein

 

Jedes dieser Symptome kann für eine Infektion mit dem Coronavirus sprechen. Wenn du Symptome einer Atemwegsinfektion hast, informiere mich, bevor du in die Praxis kommst.


Bei einem Verdacht, infiziert zu sein

Bei einem Verdacht, infiziert zu sein, rufe bei deinem Hausarzt an oder bei der Terminservicestelle unter 116117. Gehe nicht (!) direkt in eine Arztpraxis, sondern betrete nur nach telefonischer Rücksprache eine Arztpraxis.

 

Der CovApp-Fragebogen der Charité kann dir helfen für eine erste Einschätzung.

 

Verlässliche Informationen findest du unter zusammengegencorona.de


Bei bestätigter Infektion

Informationen des Robert-Koch-Instituts für Patient*innen und Angehörige: Häusliche Isolierung bei bestätigter COVID19-Infektion. Diese Informationen gibt es auch speziell für dein Handy.


Immer hilfreich: Symptomtagebuch

Die kostenlose Data4Life App, die zusammen mit der Charité entwickelt wurde, besteht aus einem Symptom-Tagebuch. Damit kannst du jederzeit und überall mögliche Symptome dokumentieren. Ein digitales Tagebuch ist eine hervorragende Methode, um deinen Gesundheitszustand zu erfassen. Das Tagebuch kann dir und deinem Behandler helfen, deine Gesundheit zu fördern.


KVT-Strategien zur Verbesserung der Gesundheit


Tipps für die Psychohygiene

Mein Berufsverband, die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung gibt diese Tipps für die Psychohygiene im Home-Office und Quarantäne:

 

  1. Sorgen Sie für eine Tagesstruktur. Vielleicht nutzen Sie die Zeit, die sie sonst mit dem Weg zur Arbeit verbringen, für ein Frühstück in Ruhe – aber setzen sich zur gewohnten Zeit an den Schreibtisch. Legen Sie einen „Arbeitsplatz“ in Ihren Räumen fest, den Sie zu den gewohnten Pausenzeiten verlassen. Wenn Ihre Tätigkeit sonst mit viel Kontakt zu Kolleg*innen verbunden ist, versuchen Sie diese, soweit möglich, über Telefon und digitale Medien aufrechtzuerhalten.
     
  2. Sorgen Sie für Bewegung. Machen sie z. B. regelmäßig Atem- und Dehnübungen, gerne auch bei geöffnetem Fenster. Angst ist vor allem eine körperliche Reaktion. Durch Atmen und Bewegungsübungen signalisieren Sie sich selbst: „Jetzt in diesem Moment ist hier alles in Ordnung.“ Behalten Sie Ihre wöchentlichen Sportzeiten bei, falls Sie so etwas haben und weichen Sie ggf. auf Indoor-Aktivitäten aus. Apps und Videokanäle können dabei unterstützen.
     
  3. Essen Sie gut und trinken Sie ausreichend. Für unsere psychische Stabilität ist die Ernährung eine wichtige Grundlage. Bei hohem seelischen Stress braucht unser Körper mehr Flüssigkeit. Regelmäßige Mahlzeiten helfen außerdem bei der Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur.
     
  4. Neue und angstauslösende Situationen aktivieren unser Bindungssystem: Wir suchen die Nähe vertrauter Personen, bei denen wir Geborgenheit erleben können. Wenn gleichzeitig soziale Kontakte zur Durchbrechung von Ansteckungsketten auf ein Minimum reduziert werden sollen, liegt hier wohl die größte Herausforderung. Nutzen Sie die wenigen Begegnungen – etwa auf dem Weg zum Supermarkt. Lächeln Sie den Menschen, die Sie sehen, aus der Distanz zu. Lächeln aktiviert Hirnareale, die für Ihr Wohlbefinden sorgen und vermittelt ein Gefühl von Solidarität. Sprechen Sie mit Ihren Lieben zu Hause über die aktuelle Lage und nehmen Sie die Sorgen anderer ernst. Aber begrenzen Sie diese Gespräche auch bewusst zugunsten anderer Aktivitäten wie gemeinsames Spielen, Musikhören oder Filme anschauen. Sich abzulenken ist erlaubt und wichtig! Denken Sie auch an Alleinstehende in Ihrem Umfeld – jetzt ist die Zeit für regelmäßige Telefonate. Sich um andere zu kümmern, kann eine gute Bewältigungsstrategie sein.
     
  5. Viele Freizeitaktivitäten sind gerade nicht möglich. Sich zu beschäftigen, ist für einige Menschen ohne Anregung von außen (durch Sportverein, Kino, Kneipe, Theater oder Konzert) eine Herausforderung. Manches lässt sich über Mediennutzung ansatzweise kompensieren. Achten Sie dabei darauf, sich maximal zweimal täglich mit Nachrichten zur Pandemie zu versorgen. Sie halten sonst Körper und Seele in einem permanenten Alarmzustand, vermutlich auch mit negativen Folgen für die Schlafqualität. Halten Sie Ausschau nach Beschäftigungsmöglichkeiten in Ihrer Wohnung. Jetzt ist Zeit für den Frühjahrsputz! Nehmen Sie sich für jeden Tag eine kleine Aufgabe vor, die sie erledigen wollen. Auch das hilft bei der Tagesstrukturierung und beugt depressiven Verstimmungen vor. Unser Gehirn liebt es, etwas geschafft zu haben! Aufräumen ist sehr geeignet für den Erhalt der seelischen Stabilität. Wenn draußen alles ungewiss ist – bei Ihnen ist etwas geordnet. Vielleicht ist jetzt die Zeit, lang vergessene Hobbys zu reaktivieren (evtl. sogar aus Kindertagen: Womit haben Sie sich früher an Regentagen beschäftigt?). Besonders geeignet ist alles, was Ihr Gehirn fordert, so dass Sie gar nicht dazu kommen, sich zu sorgen (z. B. Sudoku, Puzzle, komplizierte Handarbeiten, Programmieren, Sprachen lernen). Probieren Sie aus, was zu Ihnen passt!

Survival-Kit speziell für Männer

Das Bundesforum Männer hat für Jungen, Männer und Väter ein Survival-Kit für Männer unter Stress erstellt. www.bundesforum-maenner.de


Coronavirus. Ein Buch für Kinder

Ein kostenloses Informations- und Bilderbuch für Kinder bietet der Beltz-Verlag an: Coronavirus. Ein Buch für Kinder. Für den kostenlosen Download wird ein Nutzerkonto benötigt.


Ausmalbuch für Kinder (Alter 8-12)

Wusstest du, dass das menschliche Gehirn genügend Elektrizität produziert, um eine kleine Glühbirne zum Leuchten zu bringen?

 

Das englischsprachige Ausmalbuch beinhaltet spannende Fakten über das menschliche Gehirn und die psychische Gesundheit. Bereitgestellt vom National Institute of Mental Health (NIH) auf www.nimh.nih.gov


Informationsportal für Kinder und Jugendliche

Rat und Hilfestellungen für Kinder und Jugendliche, um psychische Belastungen während der Corona-Zeit zu reduzieren | Herausgeber: Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München & Beisheim Stiftung | www.corona-und-du.info

Rechtsgrundlage

§23 Absatz 3 Infektionsschutzgesetz verpflichtet Ärzt*innen, Infektionen zu verhindern und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden, indem Maßnahmen getroffen werden die dem Stand der Wissenschaft entsprechen.