Überlastung

Patienten, die mich kontaktieren und zu mir in die Sprechstunde kommen, müssen wissen: Die Zahl der Patienten, die mich kontaktieren ist viel größer als meine Ressourcen. Das tut mir leid und ich bemühe mich sehr, bestmöglich mit dieser Situation umzugehen. Hier findest du zu diesem Thema die wichtigsten Informationen.

 

Wenn sich Patienten bei mir melden und ein Verdacht auf eine psychische Erkrankung besteht, bemühe ich mich um eine orientierende diagnostische Abklärung im Rahmen der psychotherapeutischen Sprechstunde. Ich berate und informiere dabei Patienten und kläre den Behandlungsbedarf. Auf diese Weise habe ich insgesamt mehr als 80 Patienten im Quartal. Dabei zeigt sich, dass nicht bei allen Patienten eine Behandlung indiziert ist.

 

Bei einer Verhaltenstherapie findet im Allgemeinen ein Termin à 50 Minuten pro Woche statt. Meine Behandlungskapazität für eine wöchentlich stattfindende Verhaltenstherapie beträgt 25 Patienten

 

Diese Überlastung ist nicht nur vorübergehend. Diese Patientenzahl habe ich schon seit dem ersten Quartal 2019.


Gründe für die Überlastung

Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du die Gründe für die Überlastung lesen.


Wie ich auf die Überlastung reagiere

Wegen der Überlastung der Behandlungskapazität versuche ich immer mit maximaler Effizienz zu arbeiten. Meine persönliche Belastbarkeit hat jedoch Grenzen. Ständiges Effizienzstreben einerseits und mitzuerleben andererseits, dass egal, wie viel ich arbeite, es bei weitem nicht ausreicht, kann auch bei mir als Psychotherapeuten zum Burn-out führen oder zu einem Zustand der Compassion-Fatigue genannt wird.

 

Auf diese Weise gebe mir Mühe, die begrenzte Ressource "Behandlungszeit", gerecht zu verteilen:

 

Stepped Care (gestufte Behandlung): Statt mit allen Patienten wöchentliche Termine zu vereinbaren, beginnt die Behandlung mit derjenigen Interventionsform, die adäquat ist und gleichzeitig die geringste Behandlungsintensität aufweist (vgl. Nationale VersorgungsLeitlinie Depression: leitlinien.de). Falls das nicht ausreicht, wird die Behandlung intensiviert. Außerdem setze ich auf eine stärkere Beteiligung von Patienten durch eine verbesserte Aufklärung, Psychoedukation und Förderung des Selbstmanagements.

 

Selektion: Es gibt Hilfesuchende, die zwar unbestreitbar Probleme haben, aber keine psychische Erkrankung. Ein Beispiel wäre ein Schüler, der unter Mobbing in der Schule leidet - das Mobbing ist selbstverständlich ein ernst zu nehmendes Problem. Es ist auch ein Risikofaktor für die Entwicklung einer psychischen Erkrankung (z.B. für eine Depression). Aber nicht jeder, der dieses Problem hat, hat auch eine psychische Erkrankung.


Priorisierung:  Ich behandle vorrangig Patienten...

  • deren psychische Erkrankung schwerwiegende Folgen hat (z.B. bei erhöhter Suizidalität / Letalität),
  • bei denen nicht angenommen werden kann, dass die Problematik ohne Intervention zurück geht (Spontanremission),
  • bei denen eine Psychotherapie eine gute Aussicht auf Erfolg hat.

Wie Patienten auf die Überlastung reagieren können

Ich appelliere an alle Patienten, die bereits bei mir zu Terminen kommen oder sich dies überlegen, ihren Teil dazu beizutragen, die Überlastung meiner Praxis zu verringern. So kannst du mithelfen:

 

Du informierst dich über eine Psychotherapie | Du informierst dich insbesondere über die Verhaltenstherapie (VT), sodass du weißt, was dich erwartet | Du vereinbarst Termine online. | Du bereitest dich auf deinen Termin vor, indem du aufschreibst, was du im Termin besprechen möchtest. | Du notierst am Ende deines Termins, was wichtig für dich war | Du arbeitest im Therapieprozess mit. Entscheidend dafür ist, dass du deine Therapie-"Hausaufgaben" erledigst | Du informierst dich über die Ursachen, die Aufrechterhaltung und die Therapiemethoden anhand der Bücher oder Ratgeber, die ich dir zur Verfügung stelle.


Wenn du über eine Psychotherapie nachdenkst...


1) Informiere dich über weitere Hilfen

Es gibt in Deutschland sehr viele verschiedene Hilfsangebote für Menschen in unterschiedlichen Problemlagen. Informiere dich über diese weiteren Hilfen. Besonders bei familiären Konflikten und Problemen haben Kinder, Jugendliche und Eltern einen Anspruch auf Hilfen zur Erziehung: Diese werden vom Allgemeinen Sozialen Dienst angeboten. Der Allgemeine Soziale Dienst ist ein Angebot des Jugendamtes. | Allgemeiner Sozialer Dienst im Landkreis Oder-Spree: www.landkreis-oder-spree.de| Weitere Informationen auf www.unterstützung-die-ankommt.de


2) Denke darüber nach, ob eine VT für dich die passende Hilfe ist

Ich biete Verhaltenstherapie (VT) an. Vergrößere dein Therapie-Wissen, um vorab Ideen zu sammeln, ob die VT das ist, was zu du brauchst und machen möchtest. Da Verhaltenstherapie Hilfe zur Selbsthilfe ist, müssen Patienten und deren Bezugspersonen (Eltern, Lehrer, Erzieher) an der Veränderung des eigenen Verhaltens arbeiten. Deswegen bekommst du regelmäßig Therapie-Hausaufgaben. Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen: Viele meiner Patienten sagen, sie haben keine für die Therapiehausaufgaben. In diesen Fällen muss ich die Therapie beenden, da auf diese Weise keine Therapieziele zu erreichbar sind.


3) Informiere dich über weitere PsychotherapeutInnen

Schaue dir die Übersicht an zu Psychotherapeuten in der Region, die ebenfalls junge Menschen bis zum Alter von 21 Jahren behandeln. Lies außerdem, wie dir die Terminservicestelle 116117 helfen kann, einen Termin zu bekommen.