Überlastung

Patienten, die mich kontaktieren und zu mir in die Sprechstunde kommen, müssen wissen: Die Zahl der Patient*innen, die mich kontaktieren ist viel größer als meine Ressourcen. Es tut mir leid, dass ich sehr viele Hilfesuchende abweisen muss. Ich bemühe mich sehr, bestmöglich mit der Knappheit an Behandlungsmöglichkeiten umzugehen. Hier findest du zu diesem Thema die wichtigsten Informationen.

 

Ich schaffe es, etwa 25 Patient*innen pro Woche Einzeltermine anzubieten. Die Nachfrage ist anders: Patient*innen fragen Psychotherapie bei mir so nach, dass ich etwa 150 Patient*innen pro Woche Einzeltermine anbieten müsste im Durchschnitt.

 

Statt alle Anfragen von vornherein abzuweisen, biete ich einen Kompromiss an: Bei neuen Patient*innen mit Verdacht auf eine psychische Erkrankung, bemühe ich mich um eine orientierende diagnostische Abklärung im Rahmen der psychotherapeutischen Sprechstunde. Diese Patient*innen berate und informiere ich, ohne jedoch eine anschließende Psychotherapie anzubieten. Auf diese Weise habe ich insgesamt mehr als 80 Patienten im Quartal.


Gründe für die Überlastung

Wenn du mehr wissen möchtest, kannst du die Gründe für die Überlastung lesen.


Wie ich auf die Überlastung reagiere

Wegen der Überlastung der Behandlungskapazität versuche ich mit maximaler Effizienz zu arbeiten. Die Effizienzsteigerung und meine persönliche Belastbarkeit sind jedoch nicht unendlich. Egal, wie viel ich arbeite, es wird bei weitem nicht ausreichen für die Nachfrage durch Patient*innen.

 

Auf diese Weise gebe ich mir Mühe, die begrenzte Ressource "Behandlungszeit", gerecht und sinnvoll zu verteilen:

 

Stepped Care (gestufte Behandlung): Statt mit allen Patient*innen wöchentliche Termine zu vereinbaren, umfasst die Behandlung derjenige Interventionsform, die adäquat ist und gleichzeitig die geringste Behandlungsintensität aufweist (vgl. Nationale VersorgungsLeitlinie Depression: leitlinien.de & Modell einer gestuften ambulanten psychotherapeutischen Versorgung). Falls sich zeigt, dass eine Behandlungsfrequenz nicht ausreicht, wird die Behandlung intensiviert. Außerdem setze ich auf eine stärkere Beteiligung von Patient*innen durch eine verbesserte Aufklärung, Psychoedukation und Förderung des Selbstmanagements.

 

Selektion: Es gibt Hilfesuchende, die zwar unbestreitbar Probleme haben, aber keine psychische Erkrankung. Ein Beispiel wäre ein Schüler, der unter Mobbing in der Schule leidet - das Mobbing ist selbstverständlich ein ernst zu nehmendes Problem. Es ist auch ein Risikofaktor für die Entwicklung einer psychischen Erkrankung (z.B. für eine Depression). Aber nicht jeder, der dieses Problem hat, hat auch eine psychische Erkrankung.


Priorisierung:  Ich behandle vorrangig Patienten...

  • deren psychische Erkrankung schwerwiegende Folgen hat (z.B. bei erhöhter Suizidalität / Letalität),
  • bei denen nicht angenommen werden kann, dass die Problematik ohne Intervention zurück geht (Spontanremission),
  • bei denen eine Psychotherapie eine gute Aussicht auf Erfolg hat.

Gruppentherapie: Eine Gruppentherapie ist für viele Patient*innen so wirksam wie eine Einzeltherapie. Durch eine Gruppentherapie ist es möglich, mehr Hilfesuchenden eine psychotherapeutische Behandlung anzubieten.

 

Zum Vergleich: Wenn die Behandlungsressourcen nicht für alle Hilfebedürftigen ausreichen, wird in der Medizin anhand einer Triage entschieden.


Wie Patient*innen auf die Überlastung reagieren können

Ich appelliere an alle Patient*innen, die bereits bei mir zu Terminen kommen oder sich dies überlegen, ihren Teil dazu beizutragen, die Überlastung meiner Praxis zu verringern. So kannst du mithelfen:

 

Du informierst dich, was es bedeutet, eine Psychotherapie zu machen | Du informierst dich insbesondere über die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) | Du vereinbarst Termine online | Du bereitest dich auf deinen Termin vor, indem du aufschreibst, was du im Termin besprechen möchtest. | Du notierst am Ende deines Termins, was wichtig für dich war | Du arbeitest im Therapieprozess mit. Entscheidend dafür ist, dass du deine Therapie-"Hausaufgaben" erledigst | Du informierst dich über die Ursachen, die Aufrechterhaltung und die Therapiemethoden anhand der Bücher oder Ratgeber, die ich dir zur Verfügung stelle.


Wenn du über eine Psychotherapie nachdenkst...


1) Informiere dich über weitere Hilfen

Es gibt in Deutschland sehr viele verschiedene Hilfsangebote für Menschen in unterschiedlichen Problemlagen. Informiere dich über diese weiteren Hilfen. Besonders bei familiären Konflikten und Problemen haben Kinder, Jugendliche und Eltern einen Anspruch auf Hilfen zur Erziehung: Diese werden vom Allgemeinen Sozialen Dienst angeboten. Der Allgemeine Soziale Dienst ist ein Angebot des Jugendamtes. | Allgemeiner Sozialer Dienst im Landkreis Oder-Spree: www.landkreis-oder-spree.de| Weitere Informationen auf www.unterstützung-die-ankommt.de


2) Denke darüber nach, ob eine KVT für dich die passende Hilfe ist

Als Therapieverfahren biete ich die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) an. Vergrößere dein Therapie-Wissen, um vorab Ideen zu sammeln, ob eine KVT das ist, was zu du brauchst und machen möchtest. Da Verhaltenstherapie Hilfe zur Selbsthilfe ist, müssen Patient*innen und deren Bezugspersonen (Eltern, Lehrer, Erzieher) an der Veränderung des eigenen Verhaltens arbeiten. Deswegen bekommst du regelmäßig Therapie-Hausaufgaben. Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen: Viele meiner Patient*innen sagen, sie haben keine Zeit für die Therapiehausaufgaben. In diesen Fällen muss ich die Therapie beenden, da auf diese Weise keine Therapieziele zu erreichbar sind.


3) Informiere dich, welche anderen Psychotherapeut*innen es gibt

Schaue dir die Übersicht an zu Psychotherapeut*innen in der Region. Lies außerdem, wie die Terminservicestelle (Tel. 116117) helfen kann, einen Termin zu bekommen.