Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)

Bestimmte Patient*innen können von niedergelassenen Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen behandelt werden - bestimmte andere Patient*innen dagegen von einer Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA).

 

Der Unterschied ist Patient*innen und Ärzt*innen nicht immer klar. Die Regelungen finden sich im §118 SGB V und  in der Vereinbarung zu Psychiatrischen Institutsambulanzen zwischen GKV, DKG, KBV.

 

Die Psychiatrische Institutsambulanz richtet sich an Patient*innen...

  • in einem Notfall
  • mit besonderer Schwere und Dauer der Erkrankung, die nicht kontinuierlich und nicht ausreichend von niedergelassenen Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen behandelt werden können. 

Die gesetzlichen Krankenkassen erlauben deswegen keine Psychotherapie durch die Psychiatrische Institutsambulanz und gleichzeitig durch einen ambulanten Psychotherapeuten im selben Quartal.

Was ist eine besondere Schwere der Erkrankung?

Die PIA ist zuständig in komplizierten Fällen psychischer Erkrankungen:

  • Wenn Patient*innen aktuell im Krankenhaus behandelt werden und durch eine Behandlung in der PIA früher entlassen werden können.
  • Wenn zusätzlich zu einer psychischen Erkrankung auch eine Entwicklungsstörung, Intelligenzminderung oder körperliche Erkrankung vorliegt oder Probleme im sozialen Umfeld des Patienten bestehen.
  • Wenn Patient*innen im Alltag stark beeinträchtigt sind durch die psychische Erkrankung.
  • Wenn es in der Vergangenheit mehrere stationäre oder teilstationäre Behandlungen gab.
  • Wenn eine ambulante Psychotherapie bisher nicht ausreichend wirksam war.
  • Wenn eine seelische Behinderung droht oder vorliegt.
  • Wenn keine Krankheitseinsicht vorliegt, keine Änderungsmotivation vorhanden ist oder Therapien abgebrochen wurden durch Patient*innen.
  • Wenn die psychische Erkrankung sich negativ auswirkt auf eine körperliche Erkrankung.
  • Wenn Patient*innen Behandlungstermine nicht wahrnehmen konnte.
  • Wenn Patient*innen im Moment stationär behandelt werden und erkennbar ist, dass sie es danach nicht schaffen würden, zu einer ambulanten Weiterbehandlung bei einem niedergelassenen Arzt / Psychotherapeuten zu gehen.