Videosprechstunde

Bei einer Videosprechstunde gelten dieselben Regeln wie bei jedem Termin in der Psychotherapiepraxis: Die Termine müssen ungestört und vertraulich ablaufen. Sorge dafür, dass du in einem ruhigen Raum bist. Das Gespräch darf darf nicht aufgenommen werden.

 

Am besten sagst du deinen Mitmenschen zu Hause Bescheid, dass du während des Termins nicht gestört werden darfst: Bitte-nicht-stören-Schild (die Vorlage stammt von meiner Kollegin Melanie Gräßer).

Technische Details

  • Du brauchst keine spezielle Software installieren, denn die Videosprechstunde läuft direkt in deinem Browser.
  • Deine Internetverbindung muss schnell genug sein.
  • Nachdem du einen Termin vereinbart hast für 25 oder 50 Minuten (Videosprechstunde), bekommst du sofort eine E-Mail zugeschickt. Dort findest du eine TAN, die du auf der Seite jameda.patientus.de/tan eingeben kannst. Beim Einloggen musst du zustimmen, dass deine Kamera und Mikrofon genutzt werden dürfen.
  • Falls technische Probleme auftreten, rufe ich dich auf deinem Telefon an, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Die Videosprechstunde nutzt die Technologie Web Real Time Communication (wiki/WebRTC). Du kannst bei test.webrtc.org auf "Start" klicken und testen, ob deine Kamera, dein Mikrofon, deine Lautsprecher usw. funktionieren. Solange im Test alles "grün" oder zumindest "gelb" angezeigt wird, solltest du technisch bereit sein für die Videosprechstunde.


"Die Videobehandlung ist sehr gut geeignet, den Kontakt zu den Patienten auch unter den Bedingungen des Lockdowns, einer Quarantäne, einer Erkrankung oder wegen der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe aufrechtzuerhalten" (Dipl.-Psych. H. Uhl, Vorsitzender Beratender Fachausschuss für Psychotherapie der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg).


Fallbesprechung

Die Technik der Videosprechstunde kann auch zu Fallbesprechungen genutzt werden, zum Beispiel mit anderen Ärzt*innen, zum Konsil, mit Kliniken oder dem Jugendamt. Letzteres sieht das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) ausdrücklich vor. 


Rechtsgrundlage

Praxis-Info der Bundespsychotherapeutenkammer

 

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Gerade bei langen Anfahrtswegen können telemedizinische Leistungen eine sinnvolle Hilfe sein.

 

Berufsordnung der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer (§5 Absatz Absatz 6): Psychotherapeuten dürfen elektronische Kommunikationsmedien nur in begründeten Ausnahmefällen und unter Beachtung besonderer Sorgfaltspflichten durchführen.

Dazu erklärt die Kammer am 16.03.2020: Der "begründete Ausnahmefall" liegt sicherlich wegen der aktuellen Ereignisse vor. 

Kommentierung der Musterberufsordnung nach Martin H. Stellpflug und Inge Berns, 3. Auflage, Randnummer 150: "Begründete Ausnahmefälle" können sich vor allem aus den spezifischen Versorgungsbedürfnissen der Patienten oder aus dem Fehlen von anderen Versorgungsangeboten und Behandlungsangeboten ergeben. Auch die Fortsetzung eines Behandlungsprozesses über elektronische Kommunikationsmedien, wenn der Patient längerfristig nicht persönlich in der Praxis erscheinen kann, etwa wegen eines Auslandsaufenthalts oder nach einem Umzug zur Beendigung des gemeinsamen Arbeitens und zur Sicherung des Behandlungserfolgs, ist denkbar".

 

Musterberufsordnung (§5 Absatz 5):  Behandlungen über Kommunikationsmedien sind unter besonderer Beachtung der Vorschriften der Berufsordnung, insbesondere der Sorgfaltspflichten, zulässig.

 

Der Verband der privaten Krankenversicherung teilt mit, dass die tariflichen Bestimmungen der meisten PKV-Verträge keinerlei Einschränkungen bei der Behandlung privat Versicherter via Videosprechstunde vorsehen. www.pkv.de