Hilfe-Finder: Welche Hilfe passt zu deiner Situation?
Eine ambulante Psychotherapie ist nicht immer die passende Hilfe – und manchmal ist sie nicht schnell genug verfügbar.
Das heißt aber nicht, dass es keine Hilfe gibt: Für viele Lebenslagen gibt es eigene Anlaufstellen, die oft schneller
erreichbar sind und genau für diese Situation da sind. Such dir hier die Situation heraus, die zu dir passt.
Wichtig: Bei akuter Lebensgefahr immer sofort Tel. 112 anrufen.
Alle Notfall-Nummern und Krisendienste findest du gesammelt auf der Seite
Weitere Hilfe.
„Ich bekomme keinen Therapieplatz" – lange Wartezeit überbrücken
Viele Jugendliche und Eltern erleben, dass Therapieplätze knapp sind. Das kannst du tun, während du wartest:
Die Terminservicestelle unter Tel. 116 117 vermittelt gesetzlich Versicherten
einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde – auch online über
www.116117.de.
krisenchat berät rund um die Uhr per WhatsApp, kostenlos für alle unter 25:
www.krisenchat.de
Die bke-Jugendberatung bietet Mailberatung, Einzelchat und Gruppenchat mit ausgebildeten Berater*innen:
www.jugend.bke-beratung.de
Selbsthilfe-Gruppen ersetzen keine Behandlung, sind aber eine gute Ergänzung.
„Bei uns zu Hause ist ständig Streit" – Konflikte in der Familie
Bei anhaltenden familiären Konflikten ist oft nicht Psychotherapie, sondern eine Hilfe zur Erziehung
die passende Unterstützung. Eltern haben darauf einen Rechtsanspruch (§ 27 SGB VIII) – Ansprechpartner ist das Jugendamt.
Junge Volljährige (18 bis 21, in Ausnahmen bis 27) können selbst beim Jugendamt Unterstützung beantragen:
Hilfe für junge Volljährige, § 41 SGB VIII –
zum Beispiel Betreutes Wohnen oder Begleitung beim Start in die Selbstständigkeit.
In einer akuten Notsituation können Kinder und Jugendliche um eine Inobhutnahme bitten – der
Kinder- und Jugendnotdienst in Eisenhüttenstadt ist rund um die Uhr geöffnet (Details auf Weitere Hilfe).
„Mein Vater oder meine Mutter trinkt" – Sucht in der Familie
Wenn ein Elternteil oder eine andere nahestehende Person Alkohol oder Drogen konsumiert, ist das für Kinder und Jugendliche
sehr belastend – auch wenn die Person selbst „kein Problem sieht". Du musst das Problem nicht lösen. Aber du kannst dir
selbst Unterstützung holen:
Die Suchtberatung der AWO in Eisenhüttenstadt berät auch Angehörige – also auch dich als Kind
oder Partner*in eines suchtkranken Menschen: www.awokvehst.de.
Mehr zum Thema auf der Seite Drogen.
NACOA Deutschland ist die Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien und vermittelt Hilfen:
www.nacoa.de
Al-Anon / Alateen sind Selbsthilfegruppen für Angehörige und speziell für Jugendliche:
www.al-anon.de
Die Sucht & Drogen Hotline (Tel. 01805-313031) und das Sorgentelefon für Angehörige
sind auf der Seite Weitere Hilfe beschrieben.
„Ausbildung abgebrochen – und jetzt?" – Schule, Ausbildung, Arbeit
Wenn es in der Ausbildung, Schule oder Arbeit nicht läuft – wegen Antriebsmangel, Konflikten mit Kolleg*innen oder
weil der Beruf nicht passt – gibt es Beratung „aus einer Hand":
Die Jugendberufsagentur Frankfurt (Oder)
bündelt Berufsberatung der Agentur für Arbeit (Tel. 0335-5702200), Jobcenter und Jugendberufshilfe der Stadt –
für alle Fragen rund um Schule, Ausbildung, Studium und Arbeit.
Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit hilft auch bei Ausbildungsabbruch und Neuorientierung:
www.arbeitsagentur.de
Bei Problemen rund um die Schule hilft die Schulpsychologische Beratung
(siehe Beratungsstellen), bei Schulvermeidung die Seite
Schulabsentismus.
„Miete, Bürgergeld, Wohnung weg" – Geld- und Wohnungsprobleme
Geldsorgen und drohender Wohnungsverlust sind enorme Belastungen für die Psyche – und umgekehrt bringt eine
gesicherte Wohnung oft spürbare Entlastung. Diese Stellen helfen:
Das Jobcenter des Landkreises Oder-Spree
hat eine Regionalstelle in Eisenhüttenstadt (Online-Terminvergabe möglich) und ist zuständig für
Bürgergeld
einschließlich der Kosten für Unterkunft und Heizung.
Wer in Frankfurt (Oder) wohnt: Das Jobcenter Frankfurt (Oder)
hat ein eigenes Team U30 für junge Menschen (Gartenstraße 5, Tel. 0335-5702300).
Bei drohendem Wohnungsverlust (Kündigung, Räumung): sofort beim Jobcenter bzw. Sozialamt melden –
Mietschulden können in bestimmten Fällen übernommen werden, damit die Wohnung erhalten bleibt. Auch
Wohngeld
kann in Frage kommen.
Wichtig zu wissen: Du bist nicht die Therapeutin oder der Therapeut deiner Freundin oder deines Freundes.
Unterstützen ist gut – aber die Behandlung gehört in professionelle Hände.
Für Eltern: Wenn Ihr Kind Hilfe ablehnt
Viele Eltern möchten Hilfe organisieren und stoßen auf Widerstand bei ihrem Kind. Das ist zermürbend – und gleichzeitig
häufig und verständlich, denn Veränderung braucht eigene Motivation (siehe
Phasen der Verhaltensänderung). Sie können trotzdem etwas tun:
Holen Sie sich selbst Beratung, auch ohne Ihr Kind: bei der
Erziehungs- und Familienberatungsstelle oder telefonisch beim
Elterntelefon (Tel. 0800-1110550, kostenlos und anonym).
Wenn Sie sich um die Sicherheit Ihres Kindes sorgen, finden Sie die Krisendienste auf der Seite
Weitere Hilfe.
Und wenn doch eine Psychotherapie das Richtige ist?
Ob eine Richtlinien-Psychotherapie die passende Hilfeform ist, wird in der
Psychotherapeutischen Sprechstunde geklärt. Auch wenn dort herauskommt, dass eine andere Hilfe
besser passt, ist das ein Gewinn: Du weißt dann, wo du ansetzen kannst. Und der Weg zurück in die Psychotherapie
bleibt offen, wenn sich deine Situation ändert.