Liebe Patient*innen und Kolleg*innen,

der Bundestag hat am 10.07.2026 das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen: Psychotherapeutische Leistungen werden ab 2027 budgetiert. Bisher galt: Jede Therapiestunde wird bezahlt. Künftig ist das nicht mehr so, da es eine „gedeckelte" Gesamtvergütung für den Bereich Psychotherapie gibt. Dabei waren Psychotherapeut*innen schon vorher die „Facharztgruppe", die in der ambulanten Versorgung ohnehin am wenigsten verdient: Das Zi-Praxis-Panel 2023 zeigt, dass Psychotherapeut*innen nur etwa ein Drittel des Facharzt-Niveaus verdienen.

Im Osten Brandenburgs besteht eine erhebliche Unterversorgung im Bereich Psychotherapie für Kinder und Jugendliche. Deshalb habe ich überdurchschnittlich vielen jungen Menschen Termine angeboten – in manchen Quartalen über 90 Kindern und Jugendlichen, obwohl ich nur einen „halben Kassensitz" habe. Das hat mich enorme Anstrengung gekostet. Durch die Budgetierung werde ich ab 2027 nur noch „durchschnittlich" viel arbeiten können, also voraussichtlich etwa 30 Kindern und Jugendlichen im Quartal Termine anbieten.

Wichtig für alle, die bereits bei mir in Behandlung sind

Bereits laufende Behandlungen führe ich selbstverständlich wie geplant fort.

Im September 2026 wird der Bundestag über mögliche Ausnahmen von den beschlossenen Kürzungen für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie entscheiden. Sobald darüber entschieden ist, informiere ich an dieser Stelle.

Ich bedauere diese gesundheitspolitische Entwicklung sehr, muss aber auf die Rahmenbedingungen des Gesetzgebers reagieren, um das Bestehen meiner Praxis langfristig zu sichern.

Kristof Schulze
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Eisenhüttenstadt