Digitale Gesundheitsanwendungen

Durch das Digitale-Versorgungs-Gesetz sollen in Zukunft digitale Gesundheitsanwendungen von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen verschrieben werden können (Apps auf Rezept). Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) prüft entsprechende Apps unter anderem auf...

  • Datenschutz, Informationssicherheit, Nutzerfreundlichkeit
  • Nachweis positiver Versorgungseffekte anhand von wissenschaftlichen Studien. Unter positiven Versorgungseffekten wird verstanden: Der medizinischer Nutzen, patientenrelevante Verbesserungen wie die Koordination der Behandlungsabläufe oder die Ausrichtung der Behandlung an anerkannten Standards (an wissenschaftlichen Leitlinien).

Mehr dazu enthält der Leitfaden des BfArM.


Potentielle Nebenwirkungen

Jede Behandlung kann Nebenwirkungen haben: Eine Operation, ein Medikament, eine Psychotherapie, eine digitale Gesundheitsanwendung. Ein Beispiel für eine mögliche Nebenwirkung einer Depressions-App nennt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer:

„Eine Gesundheits-App, die gar nicht oder zu wenig wirkt, kann z. B. den Eindruck verstärken, nicht gegen seine depressiven Stimmungen anzukommen".


(Noch) nicht überprüfte Apps

Aktuell werden Tausende von Apps für die körperliche und psychische Gesundheit im App Store und bei Google Play angeboten. Davon wirken manche sinnvoll, andere nicht, aber wissenschaftlich überprüft auf ihren Nutzen und die Risiken sind nur die wenigsten. Außerdem ist nicht immer klar, was Anbieter mit den angegebenen Daten machen. 


Online-Selbsthilfeprogramme

Apps und Online-Programme können keine Psychotherapie ersetzen. Möglicherweise können sie aber bei leichteren psychischen Beschwerden helfen und therapiebegleitend nützlich sein.

 

moodgym: Kostenloses internetbasiertes Selbsthilfeprogramm zur Vorbeugung und Verringerung von depressiven Symptomen (Infobroschüre). Empfohlen von der AOK. Die Grundlage des Programms sind Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) - das ist der Therapieansatz, den ich anbiete. Das Programm behandelt in 5 Modulen z.B. den Zusammenhang von Gedanken und Gefühlen, Beziehungsprobleme und Stressbewältigung und vermittelt Entspannungstechniken. Anhand einer Vielzahl von Übungen und Aufgaben lernt der Nutzer, seine dysfunktionalen und wenig hilfreichen Gedankenmuster zu erkennen und zu ersetzen. Alle Übungen können im Arbeitsbuch-Bereich des Programms gespeichert und teilweise auch ausgedruckt werden. Anhand sich wiederholender Selbst-Tests hat der Nutzer die Möglichkeit, die Entwicklung seiner depressiven Symptome zu verfolgen und damit seinen Fortschritt und den Erfolg des Programms zu kontrollieren. www.moodgym.de

 

iFightDepression: Herausgeber: Stiftung Deutsche Depressionshilfe | Begleitetes, Internet-basiertes Selbstmanagement-Programm für Patienten mit leichteren Depressionsformen | Du kannst deine Daten teilen (Arbeitsblätter, Stimmungswerte) mit deinem Behandler | Kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zu einer bestehenden Therapie | Methode: Kognitive Verhaltenstherapie | Es gibt bis zu 9 Workshops | Du solltest 1 Workshop pro Woche bearbeiten (30 bis 40 Minuten) | Alter: Ab 15 Jahren  www.deutsche-depressionshilfe.de

 

Selfapy: Online-Programm bei psychischen Belastungen. Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten vollständig oder erstatten einen Teilbetrag, z.B. bei den Programmen zu den Themen Stress und Achtsamkeit. Es gibt ein Programm zur Unterstützung in der Coronakrise, das kostenlos angeboten wird. www.selfapy.de


KVT-Chatbot

Woebot: Für Englisch-Sprechende gibt es den Woebot (Kummer-Bot). Er wurde entwickelt von Psychologen der Stanford University. Mit ihm kann man chatten. Er kennt sich aus mit CBT, also mit Kognitiver Verhaltenstherapie, meinem Therapieverfahren.  www.woebot.io Die App gibt es kostenlos bei Google Play und im App Store.


PTSD Coach

PTSD Coach: Englischsprachige App über die Posttraumatische Belastungsstörung. www.ptsd.va.gov


Essstörungen

Jourvie: Gegen Essstörungen. www.jourvie.com


Krisen

Krisenkompass: Eine App zur Suizidprävention, bereitgestellt von der Telefonseelsorge. Kostenlos für iOS im AppStore und für Android im Playstore. www.telefonseelsorge.de

EnkeApp: Eine App der Robert-Enke-Stiftung| Wissensvermittlung über Depressionen | Beratungshotline | SOS-Ruf an Notfallzentrale (kostenpflichtig) | Mood-Tracker | www.app.robert-enke-stiftung.de | Google Play | App Store


Sozialverhaltensstörung

AUTHARK: Therapiebegleitend kann diese App genutzt werden für Kinder im Altersbereich von 6 bis 12 Jahren mit aggressivem Problemverhalten. www.authark-app.de


ADHS

ADHS-Kids: Hilfe für Eltern von Kindern mit ADHS. Die App basiert auf dem verhaltenstherapeutischen Ratgeber "Wackelpeter &Trotzkopf". Für Android bei Google Play und iOS im App Storewww.beltz.de


Skills

Skills2Go für Borderliner: Basiert auf dem Skillstraining der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) |Für iOS im App Store | www.woop.la/skills2go


Migräne

Migräne App: Von der Schmerzklinik Kiel entwickelt |Inhalt unter anderem: Kopfschmerzkalender, Simulation einer Migräne-Aura, Progressive Muskelentspannung, Kopfschmerzschnelltest. www.tk.de  Bei Google Play und für iOS im App Store.


Erinnerung an Tabletteneinnahme

MyTherapy: Medikament können nicht helfen, wenn man sie nicht einnimmt. Ein Beispiel für eine App, die helfen soll, Medikamente regelmäßig einzunehmen ist MyTherapy. Im AppStore und bei GooglePlay