Die Psychotherapie (Phase #4)

Wenn du in dieser Phase bist, wurde eine psychische Erkrankung bei dir diagnostiziert (#1), du hast dich entschieden, auf ein festgelegtes Therapieziel hinzuarbeiten (#2), du einen Antrag auf Psychotherapie gestellt bei deiner Krankenkasse (#3) und dein Antrag wurde bewilligt. Dazu hast du einen Brief bekommen von deiner Krankenkasse. Bitte zeige mir diesen Brief (im Betreff steht meistens Feststellung der Leistungspflicht für Psychotherapie).


Anzahl der Therapie-Termine

Deine Krankenkasse bestätigt in dem Brief, dass sie die Therapiekosten für eine bestimmte Anzahl an Terminen übernimmt. Die Kurzzeittherapie 1 (KZT 1) besteht aus 12 Terminen. Hinzu kommen 3 Termine für Bezugspersonen. Das können zum Beispiel deine Eltern oder Lehrer sein.

 

Wenn die Therapie zielführend verläuft, aber dennoch weitere Termine nötig sind, kannst du einen Antrag auf Kurzzeittherapie 2 (KZT 2) stellen bei deiner Krankenkasse. Bei Bewilligung besteht die KZT2 wieder aus 12 + 3 Terminen.

 

Bei einer Kognitiven Verhaltenstherapie leitet der Therapeut den Patienten an, selbst seine Probleme in den Griff zu bekommen. Es gilt daher nicht "viel hilft viel" in Bezug auf die Anzahl der Therapie-Termine. Denn wenn sich innerhalb der Kurzzeittherapie keine Schritte in Richtung der Therapieziele ergeben, wird sich das wahrscheinlich auch nicht in einer Langzeittherapie ändern. Auch die meisten Therapie-Manuale der KVT sind für eine Kurzzeittherapie ausgelegt. Dennoch gibt es Behandlungen wie die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) für Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, bei denen eine Langzeittherapie (LZT) sinnvoll ist. Wenn eine KZT in eine LZT umgewandelt werden soll, musst du spätestens in der 20. Sitzung einen Antrag auf LZT stellen. Für einen LZT-Antrag ist zusätzlich ein Bericht an einen Gutachter notwendig, der im Auftrag deiner Krankenkasse überprüft, ob bei dir eine LZT sinnvoll und notwendig ist.


Bausteine einer KVT

Eine kognitive Verhaltenstherapie beinhaltet für jede psychische Erkrankung spezifische Inhalte und Methoden. Bausteine, die aber immer vorkommen zu Beginn sind die Psychoedukation (Wikipedia-Artikel) und die Entwicklung eines individuellen Problem-Modells. Das Problemmodell fast die Probleme zusammen, die bei dir vorliegen (z.B. dysfunktionale Gedanken oder Verhaltensweisen) und erklärt, warum diese entstanden sind und durch welche Faktoren sie aufrechterhalten bleiben.