Sprechstunde

In der Sprechstunde geht es darum, festzustellen, ob eine psychische Erkrankung vorliegt nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Alle psychischen Erkrankungen sind definiert in der ICD-10 (International Classification of Diseases, 10. Ausgabe).


Diagnostik

Interview
Interview
Fragebogen
Fragebogen
Test
Test

Interview: Das wahrscheinlich wichtigste Instrumente der Diagnostik ist das gemeinsame Gespräch, also eine Art Interview. Damit ich ein möglichst umfassendes Verständnis bekomme von deiner Problematik, stelle ich dir gezielt Fragen. Dies nennt man Exploration (Lexikon: Exploration) und Anamneseerhebung (Lexikon: Anamnese).

 

Fragebogen: Du bekommst Fragebögen zur Selbsteinschätzung. Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist eng verknüpft mit dem sozialen Umfeld. Deswegen bekommen auch Eltern, Lehrer*innen und Erzieher*innen Fragebögen. Bei fast allen Fragebögen, gibt es eine Normierung (Lexikon: Normierung) um deine Antworten auswerten zu können.

 

Standardisierte, wissenschaftliche Testverfahren: Ein Test kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn du Probleme mit deinen Schulleistungen hast. Tests gibt es bezüglich der allgemeinen Begabung und für bestimmte Fertigkeiten wie Lesen, die Rechtschreibung oder das Rechnen.


Du bekommst eine individuelle Patienteninformation

Am Ende der Sprechstunde bekommst du von mir das Formular individuelle Patienteninformation. Dort steht das Ergebnis der Diagnostik: Ob eine psychische Erkrankung bei dir vorliegt oder ob es keine Anhaltspunkte dafür gibt. Zusätzlich findest du darauf aufbauende Empfehlungen.


Du bekommst ein Informationsblatt

In der Sprechstunde bekommst du außerdem das Informationsblatt über die ambulante Psychotherapie. Wenn du möchtest kannst du nach dem Lesen diese Quizfragen beantworten und dein Wissen überprüfen.


Wenn keine psychische Erkrankung vorliegt

Es kann sein, dass keine psychische Erkrankung nach den Kriterien der WHO bei dir vorliegt, du aber dennoch Untersützung brauchst. Dann berate ich dich dazu, welche weiteren Hilfen für dich passe könnten (siehe: weitere Hilfen). Vielleicht kann dir geholfen werden, indem du in deiner Schule mehr Unterstützung bekommst durch die schulpsychologische Beratungsstelle oder deine Eltern mit dir neue Regeln für das Zusammenleben erarbeiten in der Erziehungs- und Familienberatungsstelle. Für Eltern, die Schwierigkeiten in der Erziehung mit ihrem Kind oder Jugendlichen haben, kann eine Hilfe zur Erziehung die beste Unterstützung sein.


Wenn eine psychische Erkrankung vorliegt

Wenn eine psychische Erkrankung vorliegt, besprechen wir, wie es weiter geht:

  • Wir klären, ob eine ambulante Psychotherapie für dich eine geeignete Hilfe ist. Dazu müssen wir die Indikationen und Kontraindikationen klären. Das kann im Rahmen der Probatorik geschehen.
  • Wir klären, ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll oder notwendig sein kann.
  • In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt der Grundsatz: "Ambulant vor stationär". In den meisten Fällen werden psychische Erkrankungen ambulant behandelt. Wenn eine schwerwiegende Einschränkung oder bei einer hohen Gefährdung vorliegt, kann aber eine stationäre Therapie in einer Klinik oder eine teilstationäre Therapie in einer Tagesklinik notwendig sein. Eine teilstationäre Therapie den Vorteil, dass das soziale Umfeld, das oft entscheidend ist für die Besserung einer psychischen Erkrankung, mehr einbezogen werden kann: Die Eltern und die Schule.
  • Wenn du durch deine Erkrankung sehr eingeschränkt bist, kannst du einen Anspruch auf eine Eingliederungshilfe haben.

Wenn du eine Psychotherapie in einem anderen Therapieverfahren machen möchtest (z.B. tiefenpsychologische Therapie), müsstest du nach anderen Psychotherapeutin*innen suchen. Die evidenzbasierten Leitlinien zeigen, dass eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie z.B. bei Depressionen ähnlich wirksam sein kann wie eine kognitive Verhaltenstherapie; bei ADHS oder Sozialverhaltensstörungen wurde aber keine Wirksamkeit nachgewiesen für tiefenpsychologische Behandlungen.


Literatur

Hier findest du Beispiele für Literatur über Psychotherapie, die kognitive Verhaltenstherapie und zur Selbsthilfe. Die Kognitive Verhaltenstherapie ist eine Selbstmanagementtherapie, also eine Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu benötigst du möglich umfassende Informationen zur Entstehung und Aufrechterhaltung der psychischen Erkrankung und darüber, welche Verhaltensänderungen nötig sind zur Reduktion der Erkrankung. Das Lesen geeigneter Ratgeber ist daher eine eigenständige und sehr wichtige Methode der KVT: Sie wird Bibliotherapie genannt.

 

Bundespsychotherapeutenkammer: (PDF) Wege zur Psychotherapie  | www.wege-zur-psychotherapie.org

 

Ratgeber Kinder- und Jugendpsychotherapie: In dieser Reihe gibt es Ratgeber z.B. zu ADHS, Soziale Angst oder Schlafstörungen.

 

Los geht's: Aktiv warten auf den Therapieplatz (Frank Wendrich)

 

Psychotherapie. Chancen erkennen und mitgestalten (Verbraucherzentrale)

 

Wackelpeter & Trotzkopf. Hilfen für Eltern bei ADHS-Symptomen, hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten (Manfred Döpfner et al.)

 

Wegweiser Verhaltenstherapie (F.H. Kanfer, D. Schmelzer)

 

Cognitive Behavioral Therapy: Techniques for Retraining Your Brain (J.M. Satterfield).

 

Wissenschaftlichen Leitlinien: Diese sind kostenlos verfügbar. Manche Leitlinien sind nicht nur für Ärzte und Psychotherapeuten geschrieben, sondern es gibt auch Patientenleitlinien (siehe: Über mich > Wissenschaft).