Soziale Angststörung


<< Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren. >>

BENJAMIN FRANKLIN


Hast du Angst in Situationen, in denen andere dich negativ bewerten könnten, dein Aussehen kritisieren oder dein Verhalten als dumm oder peinlich ansehen könnten? Die soziale Phobie ist gekennzeichnet durch die Angst, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen sowie sich peinlich zu verhalten. Durch die Angst kommt es zu Vermeidung von solchen sozialen Situationen. Die Angst kann auftreten z.B. beim Sprechen in der Öffentlichkeit oder in der Anwesenheit einer Gruppe von anderen Menschen.

Diagnostik

In meiner Praxis wird mit dem Patienten, gegebenenfalls auch mit den Eltern genau besprochen, welche Symptome vorliegen. Außerdem stehen diagnostische Fragebögen bereit, z.B. der DISYPS-III Selbstbeurteilungsbogen und Fremdberurteilungsbogen zum Thema Angst.

Körperliche Diagnostik

Vor Beginn jeder Psychotherapie muss ein Arzt abklären, ob die Symptome eines Patienten durch eine körperliche Erkrankung verursacht sind. Möglich sind z.B. Lungenerkrankungen wie z.B. Asthma bronchiale, Herz-Kreislauferkrankungen wie Angina pectoris, neurologische Erkrankungen wie Migräne, endokrine Störungen wie Hyperthyreose. Der Arzt soll deshalb eine ausführliche Anamnese erheben, eine körperliche Untersuchung durchführen, das Blutbild untersuchen und ein EKG durchführen.

Behandlung

Laut der Leitlinie Angststörungen für Erwachsene (gültig bis 15.4.2019) soll Patienten mit sozialer Phobie Psychotherapie und Pharmakotherapie angeboten werden.

Kognitive Verhaltenstherapie

In der kognitiven Verhaltenstherapie sind wichtige Therapiebestandteile:

  1. Psychoedukation: Ein Modell über die Entstehung und Aufrechterhaltung der sozialen Phobie wird mit dem Patienten entwickelt.  Prädisponierende, auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren der sozialen Angst werden dabei gesammelt. Dabei geht es z.B. um Gedanken, welche zu sozialer Angst führen, um erhöhte Aufmerksamkeitsfokussierung auf sich selbst sowie um Vermeidungsverhalten gegenüber sozialen Situationen.
  2. Kognitive Therapie: Hierbei wird dem Patienten angeboten, diejenigen Gedanken, welche zur Angst führen, zu erkennen und zu überprüfen, ob sie realistisch oder hilfreich sind. 
  3. Soziales Kompetenztraining (bei Bedarf): Falls der Patient im Kontakt mit anderen Menschen noch nicht genügend hilfreiche Verhaltensweisen erlernt hat, kann dies in der Therapie z.B. in Rollenspielen geübt und erlernt werden.
  4. Angstkonfrontation: Der Patient lernt, den bisherigen Weg der Vermeidung zu verlassen und stattdessen sich gefürchteten sozialen Situationen zu stellen.

Medikation

Die o.g. Leitlinie für Erwachsene besagt: Patienten mit einer sozialen Phobie sollen die SSRIs Escitalopram, Paroxetin oder Sertralin angeboten werden sowie der SNRI Venlafaxin. Der Arzt muss den Patienten aufklären, ob in seinem Fall eine Medikation eingesetzt werden kann sowie über die Wirkung und die Nebenwirkungen der Medikation.

Leitlinie

Ratgeber

Ratgeber Soziale Phobie: Informationen für Betroffene und Angehörige (K. von Consbruch, U. Stangier)

 

Falls bei der sozialen Phobie auch Panikattacken auftreten: Angst bewältigen: Selbsthilfe bei Panik und Agoraphobie (S. Schmidt-Traub)

Manuale für Therapeuten

Soziale Phobien: Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Behandlungsmanual (U. Stangier, T. Heidenreich, M. Peitz)

 

Soziale Angststörung (U. Stangier, D. M. Clark, D. M. Ginzburg, A. Ehlers)