Schön, dass Du da bist! Ich bin Kristof Schulze: Psychotherapeut für junge Menschen bis zum Alter von 21 | Ich wohne in Berlin und arbeite in Eisenhüttenstadt | Ich biete dir Diagnostik und eine bestimmte Form der Psychotherapie bei psychischen Erkrankungen*: Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT).


Was ist eine Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)?

Für mich als Verhaltenstherapeut bilden wissenschaftliche Erkenntnisse (Evidenz) die Grundlage meiner Arbeit (siehe: Wissenschaft & wissenschaftliche Literatur). Als Ideal gilt die enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis. Dies wird Scientist-Practitioner-Modell genannt: Die Therapeutischen Maßnahmen beruhen auf den Ergebnissen der Forschung.

 

Das Ziel einer Verhaltenstherapie ist es, psychische Erkrankungen zu bewältigen und Symptome zu reduzieren. Der Weg zum Ziel liegt in der Verhaltensänderung. In der englischsprachigen Fachliteratur spricht man von behavior modification. Eine Verhaltenstherapie besteht in der Anleitung von Patient*innen und ihre Bezugspersonen zu einer solchen Verhaltensänderung. Sie wird daher Hilfe zur Selbsthilfe genannt (wiki/Hilfe_zur_Selbsthilfe). Am Anfang steht immer die Vermittlung von Wissen über die psychische Erkrankung. Danach bekommen Patient*innen und ihre Bezugspersonen Aufgaben zum Einüben neuer Verhaltensweisen, z.B. von hilfreichen Gedanken oder Handlungen.


Was eine Verhaltenstherapie nicht ist

Die meisten Menschen kennen nicht die Grundlagen, auf denen eine Verhaltenstherapie aufbaut. Weit verbreitet ist die Vorstellung, eine Psychotherapie sei immer eine Art <Redekur>. Meistens wird auch angenommen, psychische Probleme seien die Folge einer <Verdrängung> traumatischer Erlebnisse. Aufgrund dieser Idee wird geglaubt, eine Therapie würde vor allem darin bestehen, unbewusste Vorgänge aufzudecken.

 


Was eine Verhaltenstherapie ausmacht

Für die Verhaltenstherapie gelten diese drei genannten Vorstellungen nicht.

 

Von einer <Redekur> sprach Sigmund Freud als er sein psychoanalytisches Therapieverfahren beschrieb. Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) betont hingegen mehr die Rolle aktiven Handlungen im Therapieprozess. Patient*innen und Bezugspersonen werden auch nicht aufgefordert, einfach über alles sprechen, was ihnen spontan einfällt. Die Verhaltenstherapie geht strukturiert vor durch Behandlungsprogramme und Therapiemethoden, die spezifisch für einzelne psychische Störung entwickelt und wissenschaftlich überprüft wurden. Dadurch wird ein bestimmter Behandlungsplan gemeinsam mit den Patient*innen umgesetzt.

Bei der Verursachung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen geht die KVT vom biopsychosozialen Modell aus: Biologische Faktoren (z.B. die Veranlagung), psychische Faktoren (z.B. Lernerfahrungen, Überzeugungen) und soziale Faktoren (z.B. Konflikte in der Familie) müssen betrachtet werden bei der Frage nach den Entstehungsbedingungen.


Für wen eine Verhaltenstherapie geeignet ist

Aus dem oben genannten geht bereits hervor, für wen eine Verhaltenstherapie geeignet ist: Für Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden und sich dafür entscheiden, selbst aktiv zu werden um neue Verhaltensweisen zu erlernen.

 

Diese Definition ist nicht so banal, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Viele Menschen haben die (gut verständliche) Erwartung, dass Psychotherapeut*innen für sie die vorhandenen Probleme lösen. Sie wünschen sich einfach jemandem zum Reden. Oder sie haben die Erwartung, dass eine Psychotherapie auch bei Lebensproblemen sinnvoll ist, die keine psychische Erkrankung darstellen (z.B. bei psychischen Problemen wie Liebeskummer oder bei Belastungen wie dem Tod nahestehender Menschen).


Typischer Ablauf einer Therapiesitzung

Damit eine 50-minütige Therapiestunde zielführend verläuft, kann sie z.B. so strukturiert sein:

 

(1) Rückblick: Besprechung neuer Ereignisse seit der letzten Therapiestunde (5min).

(2) Besprechung der letzten Therapiehausaufgabe (15min).

(3) Bearbeitung eines neuen Therapie-Inhaltes (20min).
(4) Vereinbaren einer neuen Therapie-Hausaufgabe (10min).

 

Ob eine Therapie erfolgreich verläuft oder nicht, hängt zum großen Teil davon ob, ob Patient*innen und Bezugspersonen zwischen den Terminen die Aufgaben im Alltag umsetzen. Die Therapietermine selbst führen alleine nicht zu einer ausreichenden Verbesserung.


Besonderheiten bei der Psychotherapie mit Kindern

Bei Kindern (jünger als 14 Jahre) richtet sich eine wirksame Psychotherapie oftmals an die Bezugspersonen: An die Eltern, Lehrer*innen, Erzieher*innen. Das liegt unter anderem an den Voraussetzungen für eine Psychotherapie:

  1. Der Wille, an der Veränderung des eigenen Verhaltens zu arbeiten (Veränderungsmotivation).
  2. Die Fähigkeit, das eigene Verhalten zu verändern.
  3. Ein Leidensdruck.
  4. Ein Krankheitsgefühl und Krankheitseinsicht.

Diese Eigenschaften sind bei Kindern selten vorhanden. Sie werden fast immer "geschickt" in eine Therapie von ihren Eltern, auf Druck der Schule oder Empfehlung des Jugendamtes. So ist das fast immer bei der häufigsten Störung, die Psychotherapeut*innen für Kinder und Jugendliche behandeln: Bei Sozialverhaltensstörungen mit oppositionellem oder aggressivem Verhalten. Auch die Änderungsfähigkeit ist nicht immer gegeben. Eine Verhaltenstherapie erfordert jedoch das regelmäßige Üben neuen Verhaltens im Alltag, mindestens für einige Monate lang. Das erfordert Mühe und Aufwand.

 

Bei einer Psychotherapie für Kinder muss man betonen: Nur wenn die Eltern, Lehrer*innen und Erzieher*innen "an einem Strang ziehen" können therapeutische Ziele erreicht werden.

 

Ein weiterer Grund für den Einbezug der Bezugspersonen: Eine Vielzahl psychischer Störungen im Kindesalter kann als Interaktionsstörung verstanden werden. Damit ändert sich die Sichtweise über eine sinnvolle Therapie: Anstelle der Vorstellung, dass ein Kind "krank" ist und Psychotherapeut*innen es "heilen" sollen, lautet dann die Erkenntnis: Eine Psychotherapie muss die ungünstigen Interaktionen mit dem Kind, welche die Symptomatik aufrechterhalten, verändern.


* Die Begriffe psychische Störung und psychische Erkrankung werden hier gleichbedeutend benutzt. Eigentlich wurde im Bereich der psychischen Probleme der Begriff Erkrankung gestrichen. Das liegt daran, dass Erkrankung im medizinischen Sinn bedeutet, dass es eine bekannte und nachweisbare organische Ursache gibt (wie z.B. eine Infektion). Dies ist bei psychischen und Verhaltensproblemen kaum der Fall, sie sind multifaktoriell verursacht.