Phase 1: Sprechstunde

Maximal 5 Termine (50min pro Termin)

Neue Patienten können zeitnah für die Sprechstunde ein Erstgespräch buchen. Nach diesem Erstgespräch habe ich jedoch nicht schnell weitere Termine frei - es gibt eine Warteliste.

 

In der psychotherapeutischen Sprechstunde geht es darum, herausfinden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt oder nicht vorliegt. Psychische Störungen werden von der Weltgesundheitsorganisation definiert in der ICD - International Classification of Diseases.

 

Außerdem sprechen wir darüber, ob eine ambulante Psychotherapie oder weitere Hilfen für dich passen: Vielleicht kann dir besser geholfen werden, indem du in deiner Schule mehr Unterstützung bekommst (schulpsychologische Beratungsstelle), deine Eltern mit dir neue Regeln für das Zusammenleben erarbeiten (Familienberatungsstelle) oder indem du ein Konzentrationstraining machst (Ergotherapie). Wenn vor allem Eltern Schwierigkeiten im Umgang mit ihrem Kind / Jugendlichen haben, kann eine Hilfe zur Erziehung die beste Unterstützung sein.

Der Bericht eines Arztes

Du brauchst keine Überweisung, um zu einem Psychotherapeuten zu gehen. Wenn du eine Psychotherapie beginnen möchtest, musst du aber mit einem Vordruck und einer Überweisung zu einem Arzt gehen. Ich händige dir die Formulare aus. Du kannst sie deinem Hausarzt, Internist, Kinderarzt oder Kinder-/Jugendpsychiater geben.

 

Der Arzt soll beschreiben, ob es körperliche Ursachen für deine Beschwerden gibt und ob eine ärztliche Mitbehandlung (z.B. durch ein Medikament) erforderlich ist.

Patienteninformation

Am Ende der Sprechstunde bekommst du eine individuelle Patienteninformation. Wir besprechen außerdem:

  • Ob eine psychische Erkrankung vorliegt. Und wenn ja: Wie die Diagnose lautet.
  • Deine voraussichtliche gesundheitliche Entwicklung.
  • Die Therapiemöglichkeiten.
  • Die Therapiemaßnahmen.
  • Die zu erwartenden Folgen und Risiken, die Notwendigkeit, Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten der Therapiemaßnahmen.

Phase 2: Akutbehandlung oder Probatorik

Akutbehandlung: Maximal 12 Termine (50min pro Termin)

Wenn sich in der Sprechstunde gezeigt hat, dass eine psychische Erkrankung vorliegt und du akut in einem psychischen Krisen- und Ausnahmezustand bist: Dann ist eine Akutbehandlung sinnvoll. Ein Krisenzustand kann z.B. moderate Suizidalität sein (bei manchen Formen der Suizidalität ist hingegen eine stationäre Behandlung sinnvoll).

 

 

Falls du nach der Akutbehandlung noch weitere Hilfe brauchst, klären wir, ob wir mit der Probatorik weiter machen oder weitere Hilfen für dich infrage kommen.


Probatorik: Maximal 6 Termine (50min pro Termin)

Wenn eine psychische Erkrankung vorliegt, deine Erkrankung durch eine Psychotherapie behandelt werden kann und du dafür motiviert und in der Lage bist: Dann beginnt die Probatorik.

 

"Probare" bedeutet im Lateinischen ausprobieren. Du musst herausfinden, ob der Therapie-Ansatz, den ich dir anbieten kann, für dich passt. Meine Behandlungsform ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Dieser Therapie-Ansatz bietet vor allem für bestimmte psychische Erkrankungen Therapie-Konzepte - denn dafür gibt es bewährte Therapie-Maßnahmen. Deswegen sprechen wird darüber, an welchem problematischem Verhalten du arbeiten möchtest - und ich sage dir, ob es hierfür Therapie-Maßnahmen gibt.

 

Wenn du wissen willst, wie eine Verhaltenstherapie nicht abläuft, schau dir die Serie "In Treatment" an: Dort erzählen die Patienten ihrem Therapeuten alles, was ihnen durch den Kopf geht - um neue Erkenntnissen über ihre seelischen Vorgänge zu gelangen. Eine tiefenpsychologische Langzeittherapie dauert in Deutschland bis zu 180 Sitzungen. In der KVT arbeiten wir konkreter, zielorientierter und direkter an bestimmten Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen.

 

Für eine KVT sind die wichtigsten Fragen an dich: Bist du motiviert und in der Lage, dein eigenes Verhalten zu verändern? Bist du motiviert und in der Lage, am besten täglich neue Verhaltensweisen zu üben, dafür regelmäßig Therapie-Hausaufgaben zu erledigen?


Phase 3: Beginn der Verhaltenstherapie

Dein Therapie-Antrag bei der Krankenkasse

Wenn bei dir...

  • eine psychische Störung vorliegt,
  • du deine Probleme überwinden kannst aufgrund deines eigenen Verhaltens,
  • du motiviert bist, regelmäßig und intensiv an deinem Verhalten zu arbeiten

... dann kannst du bei deiner Krankenkasse einen Antrag auf Psychotherapie stellen. Das Formular dazu habe ich. Den Antrag kannst du selbst ausfüllen wenn du 15 Jahre oder älter bist. Ansonsten müssen deine Erziehungsberechtigten den Antrag unterschreiben.

Bericht an den Gutachter

Komplizierter ist es, wenn du innerhalb der letzten 2 Jahre schon einmal eine ambulante Psychotherapie gemacht hast: Deine Krankenkasse übernimmt nur dann die Kosten für eine erneute Therapie, wenn ich in einem Bericht an einen Gutachter verständlich begründen kann, warum eine weitere Therapie notwendig und zielführend ist.

 

Ein Bericht an den Gutachter ist außerdem notwendig wenn eine Langzeittherapie durchgeführt werden soll. 


Phase 4: Ende der Therapie

Deine Krankenkasse erlaubt eine Therapie nur für eine begrenzte Anzahl an Terminen: Eine Kurzzeittherapie besteht zunächst aus 12 Terminen. Hinzu kommen 3 Termine für deine Bezugspersonen (z.B. für deine Eltern). 

 

Die Therapie endet wenn die von deiner Krankenkasse genehmigten Therapie-Stunden aufgebraucht sind. Außerdem: Als Psychotherapeut bin ich verpflichtet, die Therapie schon früher zu beenden, wenn die Therapieziele erreicht wurden oder nicht erreicht werden können.

 

Grundsätzlich gilt: Der Behandlungsvertrag zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten kann von beiden Seiten jederzeit beendet werden.

Rückfallprophylaxe

In der Schlussphase jeder Therapie geht es darum, einen Rückfall und ein Wiederauftreten der psychischen Erkrankung zu verhindern. Deswegen wird diese Phase auch Rezidivprophylaxe genannt (Rezidiv). Dazu besprechen wir, welche kritischen Ereignisse und Lebenssituationen nach dem Therapie-Ende auf dich zukommen könnten - und, mit welchen Fertigkeiten du reagieren kannst.

 

Wenn eine Langzeittherapie durchgeführt wird, kann für manche Patienten eine zusätzliche Rückfallprophylaxe sinnvoll sein. Diese wird nach dem Therapie-Ende durchgeführt und muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Diese Termine reduzieren allerdings die Anzahl der Therapie-Termine.