Überhitzung der Erde

Der Ausstoß an Treibhausgasen beträgt in Deutschland über 11 Tonnen CO2 pro Jahr und Person. Wenn wir die Erderwärmung auf ein akzeptables Maß begrenzen wollen, muss der Ausstoß schnellstmöglich sinken auf unter 1 Tonne pro Jahr und Person.

 

Für Eisenhüttenstadt, einer Stadt, in der die Eisen- und Stahlproduktion namensgebend ist, betrifft der Klimaschutz die Menschen besonders: Denn alleine die Stahlhütten in Deutschland produzieren 50.000.000 Tonnen CO2 jedes Jahr.

Einfache Schritte: Was wir tun können

Ich habe mich damit beschäftigt, welche einfachen Möglichkeiten es gibt, die Überhitzung der Erde zu verringern. Diese Maßnahmen habe ich gestartet:

 

1. Energie: Ich habe meinen Stromvertrag bei den Stadtwerken Eisenhüttenstadt gekündigt. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt beziehe ich Strom von einem reinen Ökostrom-Anbieter, bei dem der Strom nicht in Kohlekraftwerken produziert wird der aktiv die Energiewende fördert.

 

2. Mobilität: Ich fahre grundsätzlich nicht mehr mit dem Auto zur Praxis. Stattdessen nutze ich eine VBB-Umweltkarte um mit der Bahn von Berlin nach Eisenhüttenstadt zu pendeln. Ich habe gemerkt, dass das auch viel entspannter ist. Bisher bin ich mehr als 55.000km jedes Jahr mit dem Auto zur Praxis gefahren und wieder zurück. Obwohl ich extra ein sparsames Auto gekauft hatte, gelangten durch das Pendeln etwa 9 Tonnen CO2 in die Luft jedes Jahr.

Um mich fortzubilden reise ich nicht mehr zu internationalen Kongresse an (z.B. KVT-Weltkongress in Südkorea), sondern ich besuche überwiegend Online-Seminare oder nutze Online-Fortbildungen wie etraining-kindertherapie.de, zur TF-KVT oder elearning-kinderschutz.de

 

3. Heizung: Zieh dich sich war am - ich reduziere im Winter die Raumtemperatur auf 20 Grad.

 

4. Nahrungsmittel: In der Praxis findest du im Wartezimmer nicht mehr die Nespresso-Maschine mit den Aluminium-Kapseln, sondern du bekommst einen Kaffee von der Melitta-Filtermaschine, gerne mit Soja-"Milch". Privat reduziere ich tierische Produkte zu einem Großteil, da Fleisch und Milchprodukte usw. im Vergleich sehr viel zur Erderwärmung beitragen.

 

5. Kompensation: Ich spende an atomsfair.de um damit 20 Tonnen CO2 pro Jahr zu kompensieren (Spendenzertifikat). Atmosfair fördert Projekte, die helfen, die Erderwärmung zu verlangsamen.


"Auf mich kommt es nicht an"

Zu denken, dass es auf einen einzelnen nicht ankommt ist richtig und falsch zugleich (im Gesundheitswesen kennt man das als Präventionsparadox): Es ist selbstverständlich, dass ein einzelner nicht in der Lage ist, ein globales Problem zu lösen. Auf der anderer Seite können wir sehr viel bewegen, wenn viele einzelne einen Beitrag leisten für eine lebenswerte Zukunft.


"Ich habe keine Lust, mich einzuschränken"

Es ist in unserer Gesellschaft ganz normal, sehr viele und immer wieder neue Konsumwünsche zu haben. Das Erfüllen eines Wunsches macht aber immer nur eine kurze Zeit Freude. Dies nennt man hedonistische Tretmühle (wiki/Hedonistische_Tretmühle).

 

Es ist auch normal, zu denken: Warum soll ich mich einschränken, wenn andere... Das muss aber nicht so sein. Man kann hinterfragen, ob ein Maximum an Konsum und Besitz ein Maximum an Lebensqualität bedeutet. Man kann sich auch fragen, ob man in einer Gesellschaft leben möchte, in der jeder nur an seinen eigenen Vorteil denkt.

 

Ein Beispiel: Hat man wirklich eine geringere Lebensqualität, wenn man auf ein SUV verzichtet? Eine solche Frage stellt man sich nicht, wenn man gut gemachte Werbung anschaut. "Wer wenig besitzt, wird umso weniger besessen: gelobt sei die kleine Armut", sagt dagegen von Friedrich Nietzsche. Die Frage ist also: Ist derjenige souverän, der viel besitzt oder derjenige, der wenig braucht?

 

Wichtig zu wissen ist, was nicht hilft: Jemand, der in den Urlaub fliegt und und sich die negativen Folgen durch das CO2 bewusst macht, erlebt kognitive Dissonanz (wiki/Kognitive_Dissonanz): Ein unangenehmer Gefühlzustand. Menschen haben dann die Tendenz, durch symbolische Handlungen ihre als unmoralisch empfundene Tat wieder gutzumachen und ihr schlechtes Gewissen zu reduzieren. Zum Beispiel indem jemand dann Bionade trinkt. Das hilft aber natürlich nicht wirklich. 

 

maiLab erklärt im Video Spieltheorie des Lebens - die Tragödie des Gemeinguts, ob es einfach "egoistische Arschlöcher gibt" oder woran es liegt, dass Menschen die Tendenz haben, nach ihrem eigenen kurzfristigen Vorteil zu handeln auch wenn es das Leben aller verschlechtert.

Vielleicht interessiert dich beim Geld ausgeben, was die Unternehmen mit deinem Geld machen. Dazu kannst du dir den GemeinswohlAtlas.de anschauen. Hier werden Unternehmen danach bewertet, wie sehr oder wie wenig sie sich um die Allgemeinheit und um Grundbedürfnisse von Menschen kümmern (vgl. Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe auf klaus-grawe-institut.ch).

 

Im GemeinwohlAtlas 2019 findest du konkrete Daten. Zum Beispiel landet dm in der Spitzengruppe, während in der Schlussgruppe Starbucks und der Fernsehsender RTL sind.


Danke!

Danke an alle Patient*innen, kooperierende Ärzt*innen und Einrichtungen, die sich für das Zusammenleben und den Erhalt der Welt einsetzen.


Quellen

1. Energie: Der Energiemix der Stadtwerke Eisenhüttenstadt bestand 2019 nach eigenen Angaben leider aus 4% Kohle, 12,9% Erdgas und aus 29,9% fossilen und sonstigen Energieträgern. Jede verbrauchte Kilowattstunde Strom eines führe zu 115 Gramm CO2-Ausstoß.

 

2. Mobilität: CO2-Rechner vom WDR für das Auto, das Flugzeug, den Öffentlichen Personennahverkehr und den Intercity / ICE.

 

3. Heizung: Heizen ist der mit Abstand größte CO2-Verursacher im Haushalt laut Umweltbundesamt.

 

4. Nahrungsmittel: Eine Klimabilanz für Nahrungsmittel veröffentlicht das Bundesumweltministerium.