Klimaschutz & Nachhaltigkeit

Der Ausstoß an Treibhausgasen beträgt in Deutschland über 11 Tonnen CO2 pro Jahr und Person. Wenn wir die Erderwärmung auf ein akzeptables Maß begrenzen wollen, muss der Ausstoß schnellstmöglich sinken auf unter 1 Tonne pro Jahr und Person.

 

Für Eisenhüttenstadt, einer Stadt, in der die Eisen- und Stahlproduktion namensgebend ist, betrifft der Klimaschutz die Menschen besonders: Denn alleine die Stahlhütten in Deutschland produzieren 50.000.000 Tonnen CO2 jedes Jahr.



Gesundheitsschäden durch Hitze

Der durch Menschen hervorgerufene Klimawandel ist nicht nur eine Gefahr durch eine Zunahme an Unwettern. Es gibt mehr Hitzeperioden, die die Gesundheit von Menschen schädigen: Im Sommer 2003 sind knapp 70.000 Menschen in Europa an den Folgen der Hitze gestorben.

 

Ein weiteres Gesundheitsproblem durch den Klimawandel ist die Zunahme allergischer Erkrankungen, da durch die höheren Temperaturen mehr Pollen in der Luft zu finden sind (siehe Klimawandel und menschliche Gesundheit vom Deutschen Wetterdienst).

 

Schattenspender: Für einen gesundheitsbewussten Umgang mit Hitze im Sommer bietet das Umweltbundesamt den Hitzeknigge an: Eine kurze Broschüre mit den wichtigsten Empfehlungen.


Einfache Schritte: Was wir tun können um die globale Erwärmung zu bremsen

Jede und jeder hat verschiedene Möglichkeiten, die Überhitzung der Erde zu verringern. Diese Maßnahmen habe ich gestartet:

 

1. Energie: Ich habe meinen Stromvertrag bei den Stadtwerken Eisenhüttenstadt gekündigt. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt beziehe ich Strom von einem reinen Ökostrom-Anbieter. Bei dem neuen Anbieter wird der Strom nicht in Kohlekraftwerken produziert und er fördert aktiv die Energiewende. Ich bemühe mich außerdem, dass Produkte, die in meiner Praxis zum Einsatz kommen nachhaltig sind - deswegen benutze ich z.B. als Emailanbieter Posteo.

 

2. Mobilität: Ich fahre grundsätzlich nicht mehr mit dem Auto zur Praxis. Stattdessen nutze ich eine VBB-Umweltkarte um mit der Bahn zwischen Berlin und Eisenhüttenstadt zu pendeln. Das ist übrigens auch deutlich entspannter. Bisher bin ich mehr als 55.000km jedes Jahr mit dem Auto zur Praxis und wieder zurück gefahren. Obwohl ich extra ein sparsames Auto gekauft hatte, gelangten durch das Pendeln alleine etwa 9 Tonnen CO2 in die Luft jedes Jahr.

Um mich fortzubilden reise ich nicht mehr zu internationalen Kongresse an (z.B. KVT-Weltkongress in Südkorea), sondern ich besuche überwiegend Online-Seminare oder nutze Online-Fortbildungen wie etraining-kindertherapie.deTF-KVT oder elearning-kinderschutz.de

 

3. Heizung: Zieh dich war am - im Winter heize ich die Raumtemperatur auf 20 Grad auf. Jedes Grad mehr verursacht eine Menge CO2 durch die Gasheizung meines Vermieters.

 

4. Nahrungsmittel: In meiner Praxis findest du nicht mehr die Nespresso-Maschine mit den Aluminium-Kapseln. Wenn du magst, bekommst du einen Kaffee von der Melitta-Filtermaschine, gerne mit Soja-"Milch". Natürlich bekommst du auch ein Glas Wasser - kein San Pellegrino (nestle.de), also nicht aus einer Einwegplastikflasche mit einem Transportweg von über 1000km, sondern Leitungswasser. Die Stiftung Warentest und das Umweltbundesamt bestätigen die Qualität von Leitungswasser in DeutschlandPrivat reduziere ich tierische Produkte zu einem Großteil, da Fleisch und Milchprodukte im Vergleich sehr viel zur Erderwärmung beitragen.

 

5. Kompensation: Ich spende an atomsfair.de um damit 20 Tonnen CO2 pro Jahr zu kompensieren (Spendenzertifikat). Atmosfair fördert Projekte, die helfen, die Erderwärmung zu verlangsamen.


Nachhaltigkeit

In jedem zu Hause und in jeder Arzt- oder Therapiepraxis kommen verschiedene Produkte zum Einsatz. Alle Produkte, die ich nutze, habe ich überprüft auf ihre Herstellung und ihre Inhaltsstoff. Das hat mich einige Stunden gekostet (z.B. mit der App CodeCheck), es war aber sehr sinnvoll: Denn die meisten Produkte, die ich bislang gekauft und genutzt hatte, bestanden aus bedenklichen Inhaltsstoffen wie Mikroplastik oder trugen stark zur Umweltzerstörung bei (z.B. zur Zerstörung von Regenwald durch Palmöl). Es geht beispielsweise um diese Produkte in meiner Praxis (und was ich getan habe):

  • Papier im Drucker, in der Küche und beim WC (Zertifizierung Blauer Engel, mehr zu verschiedenen Siegeln auf greenpeace.de),
  • Obst, das du dir in meiner Küche nehmen kannst (aus biologischen Anbau),
  • Handseife (ohne Palmöl)
  • Spülmaschinentabs (ohne Mikroplastik).

Hier ist ein hervorragendes Video von "Dinge erklärt - Kurzgesagt", warum Plastik zum Problem geworden ist:

Verhalten

"Auf mich kommt es nicht an"

Zu denken, dass es auf einen einzelnen nicht ankommt ist richtig und falsch zugleich (im Gesundheitswesen wird das als Präventionsparadox bezeichnet): Es ist selbstverständlich, dass einzelne Menschen nicht schnell globale Probleme lösen können. Auf der anderer Seite können wir sehr viel bewegen, wenn viele einzelne einen Beitrag leisten für eine lebenswerte Zukunft.


"Ich habe keine Lust, mich einzuschränken"

Es ist in unserer Gesellschaft ganz normal, sehr viele und immer wieder neue Konsumwünsche zu haben. Das Erfüllen eines Wunsches macht aber immer nur eine kurze Zeit Freude. Dies nennt man hedonistische Tretmühle (wiki/Hedonistische_Tretmühle).

 

Es ist auch normal, zu denken: Warum soll ich mich einschränken, wenn andere... Das muss aber nicht so sein. Man kann hinterfragen, ob ein Maximum an Konsum und Besitz ein Maximum an Lebensqualität bedeutet. Man kann sich auch fragen, ob man in einer Gesellschaft leben möchte, in der jeder nur an seinen eigenen Vorteil denkt.

 

Ein Beispiel: Hat man wirklich eine geringere Lebensqualität, wenn man auf ein SUV verzichtet? Eine solche Frage stellt man sich nicht, wenn man gut gemachte Werbung anschaut. "Wer wenig besitzt, wird umso weniger besessen: gelobt sei die kleine Armut", sagt dagegen von Friedrich Nietzsche. Die Frage ist also: Ist derjenige souverän, der viel besitzt oder derjenige, der wenig braucht?

 

Was nicht hilft: Jemand, der in den Urlaub fliegt und weiß, was das CO2 dabei anrichtet, erlebt kognitive Dissonanz (wiki/Kognitive_Dissonanz), also einen unangenehmen Gefühlzustand. Menschen haben dann die Tendenz, durch symbolische Handlungen ihre als schlecht empfundene Tat wieder gutzumachen und das schlechte Gewissen zu reduzieren. Zum Beispiel: Jemand trinkt besonders oft und stolz Bionade in der Zeit nach dem Urlaub. Das hilft aber natürlich nicht wirklich. 

 

maiLab erklärt im Video Spieltheorie des Lebens - die Tragödie des Gemeinguts, ob es einfach "egoistische Arschlöcher gibt" oder woran es liegt, dass Menschen die Tendenz haben, nach ihrem eigenen kurzfristigen Vorteil zu handeln auch wenn es das Leben aller verschlechtert.

Vielleicht interessiert dich beim Geld ausgeben, was die Unternehmen mit deinem Geld machen. Dazu kannst du dir den GemeinswohlAtlas.de anschauen. Hier werden Unternehmen danach bewertet, wie sehr oder wie wenig sie sich um die Allgemeinheit und um Grundbedürfnisse von Menschen kümmern (vgl. Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe auf klaus-grawe-institut.ch).

 

Im GemeinwohlAtlas 2019 findest du konkrete Daten. Zum Beispiel landet dm in der Spitzengruppe, während in der Schlussgruppe Starbucks und der Fernsehsender RTL sind.


Danke!

Danke an alle Patient*innen, kooperierende Ärzt*innen und Einrichtungen, die sich für das Zusammenleben und den Erhalt der Welt einsetzen!


Quellen

1. Energie: Der Energiemix der Stadtwerke Eisenhüttenstadt bestand 2019 nach eigenen Angaben leider aus 4% Kohle, 12,9% Erdgas und aus 29,9% fossilen und sonstigen Energieträgern. Jede verbrauchte Kilowattstunde Strom eines führe zu 115 Gramm CO2-Ausstoß.

 

2. Mobilität: CO2-Rechner vom WDR für das Auto, das Flugzeug, den Öffentlichen Personennahverkehr und den Intercity / ICE.

 

3. Heizung: Heizen ist der mit Abstand größte CO2-Verursacher im Haushalt laut Umweltbundesamt.

 

4. Nahrungsmittel: Eine Klimabilanz für Nahrungsmittel veröffentlicht das Bundesumweltministerium.